Der Return im Padel: den Aufschlag zurückspielen, ohne den Punkt zu verschenken

Der Return im Padel: den Aufschlag zurückspielen, ohne den Punkt zu verschenken

Im Tennis dominiert der Aufschläger. Im Padel wird von unten aufgeschlagen, der Ball kommt langsam und muss nach dem Aufsprung unter Hüfthöhe getroffen werden — der Aufschlag ist kein Angriff, sondern eine Eröffnung. Das gibt dem Rückschläger eine Chance, die viele nicht nutzen: Sie spielen den Return irgendwohin, und die Aufschläger, die ohnehin ans Netz rücken, übernehmen. Dieser Text erklärt, wo du beim Return stehst, welche drei Antworten funktionieren, wie du den Aufschlag in die Seitenwand nimmst und welcher Return fast immer verliert.

Die Ausgangslage

Der Aufschläger steht hinter der Aufschlaglinie, schlägt diagonal ins Feld, und sein Partner steht schon am Netz. Der Aufschläger rückt nach dem Schlag ebenfalls vor. Beim Return hast du also zwei Gegner, die zum Netz laufen oder dort stehen — und einen Ball, der langsam und mit Aufsprung kommt. Dein Return hat eine Aufgabe: die Gegner daran hindern, das Netz bequem zu übernehmen. Was die Regeln zum Aufschlag sagen, steht in Padel-Aufschlagregeln erklärt.

Wo du stehst

Etwa einen Meter hinter der Grundlinie, nicht auf ihr: Der Aufschlag, der in die Seitenwand geht, kommt heraus, und du brauchst Platz dafür. Seitlich stehst du so, dass die Diagonale des Aufschlägers auf deine Vorhand oder deine sichere Rückhand kommt — meist etwas Richtung Seitenwand. Knie gebeugt, Gewicht vorn, Schläger vor dem Körper. Und die freie Hand am Schlägerhals, damit du für beide Seiten bereit bist. Nach dem Return: nicht stehen bleiben. Entweder du gehst mit deinem Partner vor (nach einem guten Lob oder einer Chiquita), oder ihr bleibt beide hinten, in einer Linie.

Der Aufschlag in die Seitenwand

Der beste Aufschlag im Padel geht nach dem Aufsprung in die Seitenwand, weil der Ball dort seine Richtung ändert. Die Antwort: nicht hinterherlaufen, sondern warten. Der Ball kommt aus der Wand heraus, verliert Tempo und fällt — dann nimmst du ihn, in Ruhe, mit Zeit. Wer versucht, den Ball vor der Wand zu erwischen, steht falsch und spielt ihn hoch. Stell dich so, dass du den Ball nach der Wand vor dem Körper hast, und spiele ihn mit einem kontrollierten Schlag. Wie das Wandspiel funktioniert, steht in Wandspiel für Einsteiger.

Antwort 1: der Lob

Die sicherste Antwort: ein hoher, tiefer Lob über den Netzspieler oder in die Mitte. Der Aufschläger, der gerade vorrückt, muss umkehren, der Netzspieler muss zurück, und ihr könnt vorrücken. Der Lob funktioniert gegen fast jeden Aufschlag, solange er hoch genug ist — ein kurzer Lob ist ein Smash-Ball. Ziel ist die Rückhandseite oder die Mitte, Höhe vier Meter, Länge bis einen Meter vor die Rückwand. Dazu Der Lob im Padel.

Antwort 2: die Chiquita

Gegen Aufschläger, die nach dem Aufschlag zügig vorrücken und beim Return schon im Mittelfeld stehen, ist der kurze, flache Ball auf die Füße die Waffe: Sie müssen den Ball von unten spielen, während sie noch laufen. Mit Slice, flach über das Netz, einen halben Meter vor die Füße oder in die Mitte. Gegen Aufschläger, die hinten bleiben, funktioniert die Chiquita nicht — dann Lob oder tiefer Ball. Dazu Die Chiquita.

Antwort 3: der tiefe Ball auf die Füße des Netzspielers

Ein kontrollierter, flacher Ball direkt auf die Füße des Netzspielers — nicht hart, sondern tief. Er zwingt zum Volley unter der Netzkante, und der kommt meist weich zurück. Gegen einen Netzspieler, der weit vorn steht, ist er wirksam; gegen einen, der an der Aufschlaglinie steht, kommt er in Volleyhöhe an und wird zum Angriff. Der Return auf die Füße braucht Gefühl für die Länge, nicht Kraft.

Der Return, der fast immer verliert

Der harte Return in Brust- oder Schulterhöhe des Netzspielers. Er fühlt sich gut an, er sieht aus wie Tennis — und er ist im Padel ein Aufsetzer: Der Netzspieler blockt ihn tief zurück oder volleyt in die Ecke, und ihr steht hinten ohne Plan. Ebenso der Return in die Seitenwand-Ecke ohne Absicht: Der Ball kommt aus der Doppelwand zurück und die Gegner haben das Netz. Tempo ist beim Return kein Vorteil, Höhe der Feind. Tief oder hoch, nie mittel.

Vorhand oder Rückhand

Der Aufschlag kommt diagonal, und je nach Seite hast du ihn auf der Vorhand oder Rückhand. Beim Return in die Seitenwand ist die Rückhand oft die stabilere, weil der Ball nach der Wand zur Rückhandseite herauskommt (Rechtshänder auf der linken Seite). Wer den Return als Rückhand-Slice spielt, hat automatisch die flache Flugbahn für Chiquita und tiefen Ball. Die Vorhand ist die Wahl für den Lob, weil sie mehr Höhe und Länge gibt. Beides üben, beides können.

Der Partner beim Return

Während du returnierst, steht dein Partner an der Grundlinie neben dir, nicht am Netz — ihr seid das hintere Team. Er beobachtet den Netzspieler des Gegners und ruft, wenn der Ball in die Mitte kommt. Nach deinem Return entscheidet ihr gemeinsam: vor bei Lob oder guter Chiquita, hinten bleiben bei allem anderen. Ein Partner, der beim Return schon am Netz steht, öffnet die Mitte und wird gelobt. Dazu Positionsspiel im Doppel.

Der zweite Aufschlag

Nach einem ersten Fehler wird der Aufschläger vorsichtiger: Der zweite Aufschlag kommt langsamer, oft zentraler, seltener in die Seitenwand. Das ist deine Chance auf den offensivsten Return — die Chiquita auf die Füße des vorrückenden Aufschlägers oder ein tiefer, platzierter Ball, der ihm den Weg ans Netz verbaut. Wer den zweiten Aufschlag genauso zurückspielt wie den ersten, verschenkt den Vorteil, den der Fehler des Gegners gebracht hat. Ein Schritt weiter vor, ein Ziel im Kopf, und der Return wird zur Eröffnung eures Angriffs.

Üben

Zu zweit: Einer schlägt zwanzig Aufschläge in die Seitenwand, der andere returniert jeden als Lob — gezählt werden Lobs, die einen Meter vor der Rückwand landen. Dann dasselbe mit Chiquita, gezählt werden Bälle, die vor der Aufschlaglinie aufspringen. Dann tauschen. Zu viert: Ballwechsel, in denen der Return nur Lob oder Chiquita sein darf — der harte Return ist verboten. Nach vier Wochen entscheidest du im Match, ohne nachzudenken.

Häufige Fragen

Warum ist der Return im Padel so wichtig?

Weil der Aufschlag von unten kommt und keine Waffe ist. Der Return ist der erste Schlag, der den Ballwechsel prägt — er soll verhindern, dass die Aufschläger das Netz bequem übernehmen.

Wo stehe ich beim Return?

Etwa einen Meter hinter der Grundlinie, seitlich so, dass die Diagonale auf deine stärkere Seite kommt. Knie gebeugt, Schläger vorn, freie Hand am Schlägerhals.

Wie nehme ich den Aufschlag in die Seitenwand?

Warten, nicht hinterherlaufen: Der Ball kommt aus der Wand, verliert Tempo und fällt — dann in Ruhe vor dem Körper nehmen.

Welcher Return ist der sicherste?

Der hohe, tiefe Lob über den Netzspieler oder in die Mitte. Der Aufschläger muss umkehren, der Netzspieler zurück, ihr könnt vorrücken.

Wann spiele ich die Chiquita als Return?

Gegen Aufschläger, die zügig vorrücken und beim Return schon im Mittelfeld stehen: kurz, flach, auf die Füße. Gegen Aufschläger, die hinten bleiben, nicht.

Welcher Return verliert fast immer?

Der harte Ball in Brust- oder Schulterhöhe des Netzspielers — er wird geblockt oder in die Ecke gevolleyt. Tief oder hoch, nie mittel.

Vorhand oder Rückhand beim Return?

Rückhand-Slice für Chiquita und tiefen Ball, Vorhand für den Lob. Nach der Seitenwand kommt der Ball oft zur Rückhand — beides üben.

Wo steht mein Partner beim Return?

Neben dir an der Grundlinie, nicht am Netz. Er beobachtet den gegnerischen Netzspieler und ruft bei Bällen in die Mitte. Nach dem Return entscheidet ihr gemeinsam über das Vorrücken.

Soll ich nach dem Return vorrücken?

Nach einem guten Lob oder einer Chiquita ja, gemeinsam mit dem Partner. Nach allem anderen bleibt ihr hinten in einer Linie.

Wie übe ich den Return?

Partner schlägt zwanzig Aufschläge in die Seitenwand, du returnierst nur als Lob, dann nur als Chiquita, gezählt werden Treffer in der Zielzone. Zu viert: harter Return verboten.