Gute Nachricht für alle, die Tennis kennen: Es ist dieselbe Zählweise. Wer Tennis nicht kennt, hat es in fünf Minuten gelernt — sie ist nur beim ersten Hören verwirrend.
Die Punkte innerhalb eines Spiels
| Gewonnene Punkte | Wird angesagt als |
|---|---|
| 0 | null |
| 1 | 15 |
| 2 | 30 |
| 3 | 40 |
| 4 | Spiel |
Um ein Spiel zu gewinnen, brauchst du vier Punkte mit zwei Punkten Vorsprung.
Der Aufschläger nennt immer zuerst den eigenen Punktestand: „30:15" bedeutet, das aufschlagende Team führt.
Einstand
Steht es 40:40, heißt das Einstand (oder „Deuce"). Ab hier braucht ein Team zwei Punkte in Folge:
- Erster Punkt nach Einstand → Vorteil für dieses Team
- Zweiter Punkt in Folge → Spiel
- Punkt für die andere Seite → zurück zum Einstand
Das kann sich theoretisch endlos ziehen. Genau deshalb gibt es die zweite Variante.
Der Golden Point
Viele Turniere — und die meisten Ligen — spielen bei 40:40 einen einzigen Entscheidungspunkt. Wer ihn gewinnt, gewinnt das Spiel. Kein Vorteil, kein zweiter Durchgang.
Die Besonderheit: Das rückschlagende Team wählt, von welcher Seite aufgeschlagen wird — rechts oder links. Das ist ein echter taktischer Moment, weil man den schwächeren Rückschlag der Gegner gezielt ansteuern kann.
Der Golden Point macht Spiele kürzer und Turniere planbarer. Im Freizeitspiel könnt ihr euch aussuchen, was ihr spielt — klärt es nur vor dem Match.
Ein Satz
Ein Satz geht über sechs Spiele mit zwei Spielen Vorsprung.
Bei 6:5 wird also weitergespielt. Steht es 6:6, kommt der Tiebreak.
Der Tiebreak
Im Tiebreak wird normal gezählt: 1, 2, 3 …
- Wer zuerst sieben Punkte mit zwei Punkten Vorsprung hat, gewinnt Satz und Tiebreak
- Bei 6:6 im Tiebreak geht es weiter, bis ein Team zwei Punkte vorn liegt (8:6, 9:7 …)
- Der erste Aufschlag geht über einen Punkt, danach wechselt der Aufschlag alle zwei Punkte
- Seitenwechsel nach jeweils sechs Punkten
Ein Match
Standard sind zwei Gewinnsätze — wer zuerst zwei Sätze hat, gewinnt.
In vielen Ligen und bei Freizeitturnieren wird verkürzt gespielt: zwei Sätze, und bei 1:1 entscheidet ein Match-Tiebreak bis 10 Punkte (mit zwei Punkten Vorsprung) statt eines dritten Satzes.
Seitenwechsel
Gewechselt wird nach dem ersten Spiel und danach nach jedem ungeraden Spiel — also nach 1, 3, 5 und so weiter.
Innerhalb eines Spiels wechselt ihr nach jedem Punkt die Aufschlagseite: Der Aufschläger beginnt rechts, spielt den nächsten Punkt von links, dann wieder rechts.
Wer schlägt wann auf
Das Aufschlagrecht wechselt nach jedem Spiel zwischen den Teams. Innerhalb eines Teams wechseln sich die beiden Spieler ab.
Beispiel für ein Team A (Spieler A1, A2) gegen Team B (B1, B2): Spiel 1 schlägt A1 auf, Spiel 2 B1, Spiel 3 A2, Spiel 4 B2, Spiel 5 wieder A1.
Die Reihenfolge innerhalb des Teams legt ihr zu Beginn des Satzes fest und behaltet sie für den ganzen Satz bei. Zum nächsten Satz dürft ihr sie ändern.
Die typische Verwirrung
„Warum 15, 30, 40 und nicht 15, 30, 45?" Historisch aus dem französischen Tennis, vermutlich von der Zifferblatt-Einteilung abgeleitet und irgendwann aus Sprechfaulheit von „quarante-cinq" auf „quarante" verkürzt. Für das Spiel irrelevant, aber die Frage kommt zuverlässig.
„Null" heißt im Tennis-Deutschen auch „null". Das englische „love" hört man gelegentlich, ist aber im deutschen Padel unüblich.
Die Kurzfassung für den ersten Spieltag
Vier Punkte gewinnen ein Spiel, sechs Spiele einen Satz, zwei Sätze ein Match. Bei 40:40 entweder Vorteil oder ein Entscheidungspunkt — vorher absprechen. Der Aufschläger sagt seinen eigenen Stand zuerst.
Mehr braucht es für den Anfang nicht.
Häufige Fragen
Wie wird beim Padel gezählt?
Wie im Tennis: 15, 30, 40, Spiel — mit zwei Punkten Vorsprung. Ein Satz geht über sechs Spiele, ein Match über zwei Gewinnsätze.
Was bedeutet Einstand?
40:40. Ab dann braucht ein Team zwei Punkte in Folge: erst Vorteil, dann Spiel. Verliert es den nächsten Punkt, geht es zurück zum Einstand.
Was ist der Golden Point?
Ein einzelner Entscheidungspunkt bei 40:40 statt der Vorteilsregel. Wer ihn gewinnt, holt das Spiel. Das rückschlagende Team wählt dabei die Seite, auf die aufgeschlagen wird.
Wann gibt es einen Tiebreak?
Beim Stand von 6:6 im Satz. Gezählt wird dann normal — 1, 2, 3 — bis sieben Punkte mit zwei Punkten Vorsprung.
Wer sagt den Spielstand an?
Der Aufschläger, und er nennt immer zuerst den eigenen Punktestand. „30:15“ heißt also: Das aufschlagende Team führt.
Was ist ein Match-Tiebreak?
Eine Kurzform des dritten Satzes, gespielt bis 10 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung. Üblich in Ligen und Freizeitturnieren, wenn es nach zwei Sätzen 1:1 steht.
Wann werden die Seiten gewechselt?
Nach dem ersten Spiel und danach nach jedem ungeraden Spiel. Im Tiebreak wird nach jeweils sechs Punkten gewechselt.
Muss ich mit Golden Point spielen?
Im Freizeitspiel nicht — ihr könnt klassisch mit Vorteil spielen. Wichtig ist nur, es vor dem Match zu klären.
Wie lange dauert ein Padel-Match?
Mit Golden Point und Match-Tiebreak meist 60 bis 90 Minuten. Die klassische Zählweise mit Vorteil kann Spiele deutlich verlängern.
Ist die Zählweise im Doppel anders?
Nein. Padel wird fast immer im Doppel gespielt, gezählt wird genauso — nur das Aufschlagrecht rotiert zwischen den vier Spielern.
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